Wetter, kein Wind und so

Die letzten Tage hier sind angebrochen. Und die werden heiss…
Es ist wahr: Mein Flieger geht am 04.07.2008 zurueck in die BRD. Bis dahin habe ich noch eine Klausur vor mir (die in ca. 3 Stunden anfaengt), und so ziemlich jede_R hier feiert eine Abschiedsparty (fiesta de desperdida) in der folgenden Woche. Tagsueber sind wir jeden Tag ueber 40ºC draussen, und in der Wohnung ist es trotz laufendender Ventilatoren (die ich anstelle einer Deckenlampe habe) kaum auszuhalten. Ausserdem wecken mich jeden morgen zwei nette Arbeiter_Innen, die ab 8 Uhr mit lauten Geraeten das Treppenhaus renovieren. Also, eine wirklich entspannte Abschiedswoche wird das nicht.
Dazu kommt, dass das ganze Erasmus-Pack ja gerade in diesen ungewissen Zeiten doch sehr nationalistisch wird und deswegen jedes verdammte Deutschland-Spiel sehen will. Da ich immer zusammen zucke, wenn Menschenmassen „Deutschland! Deutschland!“ (oder noch besser „Sieg! Sieg! Sieg!“ bruellen, habe ich bisher gnaediger Weise davon Abstand gewahrt und diese Leute erst ne Stunde nach Ende des Spiels besucht. Hat vermutlich allen besser getan. Wer mehr wissen will, warum ich Nationalismus auch waehrend ner EM ablehne, de_R empfehle ich: http://www.180-grad.net/106 (sehr lesenswert!)
Wahrscheinlich sollte ich langsam mit einer kritischen Reflexion ueber meinen Aufenthalt hier anfangen, und was er mir gebracht hat etc. Das tue ich aber soweiso unablaesslich, und werde statt dessen die verbleibenden Tage nutzen, um die Menschen, die ich hier kennen und schaetzen gelernt hab, noch einmal zu sehen, ehe sie fuer lange Zeit in verschiedenen Gegenden der Welt abtauchen.
Im Juli werde ich zunaechst bei meinen Eltern hausen, und hoffe noch auf Jobs bzw. Praktika, ehe ich ab Oktober mein verdienstvolles Studium in Goettignen wieder aufnehmen und auch hoffentlich bald beenden werde. Ich hoffe aber, in der Zwischenzeit auch noch zwei, drei meiner Leser_Innen persoenlich zu sehen.

GMX hat ueber den Eurovision Songcontest 2008 geschrieben:

Deutschland landet ganz hinten – und mit Russland gewinnt wieder mal ein Land in Osteuropa. Alles geschummelt, oder mag uns einfach keiner?

Oder: war der Auftritt einfach nur grauenhaft und die absolute Niederlage verdient?

Ich hab´s ja nicht gesehen, aber ich hasse diese “ „wir“ vs. „Oststaaten“ „-Hass-Tiraden. Das nennt sich uebrigens auch Nationalismus und sollte von einigermassen rational denkenden Individuen prinzipiell in den Muelleimer geworfen werden.

Erkenntnisse einen Besuchs aus Goettingen

9 Monate Erasmus – und die Sopha saeuft mich immer noch unter den Tisch.

8. Mai

Wir schreiben den 8. Mai, Jahrestag des Kriegsendes.
Und es bleibt dabei: Wer nicht feiert, hat verloren! (Achtung, Text von 2007)

Stadt wegen Katholizismus geschlossen

Es ist Semana Santa in Sevilla. Das Ereignis schlechthin. Die ganze Stadt gedenkt der Leiden Jesu; und deswegen zieht eine jede „Hermandad“ (Bruderschaften, die aber auch Schwestern haben) von ihrer Stammkirche aus zur Kathedrale und zurück. Insgesamt über 80 Prozessionen erfreuen das Touri-Herz und das Herz der gläubigen Katholik_Innen gleichermaßen von Palmsonntag bis Ostersonntag.
Wer schon mal den Fehler gemacht hat, über die Faschingszeit im Rheinland unterwegs zu sein, könnte eine erste Idee vom Treiben hier haben. Aber: Sowas Verrücktes hab ich noch nicht gesehen. Vor allem nicht in diesen Dimensionen. (mehr…)

Vor-Streik

Nachdem das Casas Viejas abgerissen wurde und mir ein Anlaufpunkt für die hiesige „linke Szene“ fehlte, habe ich ja fast beschlossen, mich aus aktiver Politik zurück zu ziehen, sondern lieber bei knapp 30°C mich mit Texten der Kritischen Theorie von 1930 bis heute auf ausschließlich theoretischer Ebene zu beschäftigen, vorzugsweise in angenehmer Atomosphäre. Mensch könnte sagen, ich hätte eine Filiale des „Grand Hotel Abgrund“ (Lukacs) eröffnet. Daher muss ich auch langsam doch mal ein gutes Wort für meine Erasmus-Mitstudis hier einlegen. (mehr…)

Un semestre pasado

So, ein Semester ist rum, und das neue hat heute wieder angefangen. Zeit fuer eine sehr kurze Zusammenfassung. (mehr…)

Keine Disco, nur Arbeit

Die letzten Tage hier waren doch arbeitsintensiver gepraegt, als ich dachte. Meine erste Arbeit auf Spanisch liegt zur Korrekturlese bei ner spanischen Freundin, die naechste bin ich quasi gerade am Schreiben und wird hoffentlich bis Donnerstag fertig. Danach koennte ich langsam mal fuer die Klausuren lernen, die in den naexten 3 Wochen den Tagesablauf bestimmen. Erstaunlicherweise haben sich sogar etliche Erasmus-Studis etwas zureuck gezogen, und sind nicht mehr fuenf Tage die Woche am Feiern. Hat mich etwas verbluefft. (mehr…)

5 Fragen, die mich zurzeit sehr beschäftigen

Soso, waehrend in der BRD der widerliche Koch rassistische Auslaender-Hetze allererste Guete betreibt und sowohl von der Kanzlerin als auch der Bild-Zeitung gedeckt wird (und bildblog.de ganz nebenbei eine Analyse erstellt), und in Bad Lauterberg die Alt- und Neonazis laengst akzeptierte Nachbar_Innen sind (und es auch am 19. Januar 2008 eine Demo dagegen gibt, und in Spanien das Baskenland wieder erneut Aufmerksamkeit bekommt (mehr…)

Atrás en Sevilla

¡Feliz año!
Ich bin ohne Probleme geflogen und gelandt. Richtiges Flugzeug, richtiges Gepaeck, richtiger Bus, richtige Wohnung. Alles gut.
Habe die letzten drei Wochen mit geliebter Familie und geliebten Freund_Innen verbracht, und das war alles sehr lustig. Ausserdem (mehr…)



Meta

bloggin' all over the world
Werde ab dem 16.09. für mindestens neun Monate in Sevilla, Spanien, leben. Grober Plan: studieren sowie Sprache, Land und leute kennen lernen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge)
Sachen, die ich der Welt in dieser Zeit mitteilen will, werden hier landen.

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