Die letzten Tage hier waren doch arbeitsintensiver gepraegt, als ich dachte. Meine erste Arbeit auf Spanisch liegt zur Korrekturlese bei ner spanischen Freundin, die naechste bin ich quasi gerade am Schreiben und wird hoffentlich bis Donnerstag fertig. Danach koennte ich langsam mal fuer die Klausuren lernen, die in den naexten 3 Wochen den Tagesablauf bestimmen. Erstaunlicherweise haben sich sogar etliche Erasmus-Studis etwas zureuck gezogen, und sind nicht mehr fuenf Tage die Woche am Feiern. Hat mich etwas verbluefft.
Ich dachte mir, ich goenne mir aber noch einmal den Spass und besuche das schauderhafte „Caramelo“. Sehr komischer Schuppen: vorzugsweise Dance-Remixes von Mitte der 80er bis spaete 90er, ohne sich Sorgen ueber das Genre zu machen (das schliesst also Madonna, Nirvana, The Police, Limp Bizkit und Blur ein). Das ist mein Zusammenhang von einmal besuchen. Einmal wurde ein Kumpel von uns nicht reingelassen, weil er kurze Hosen trug und das sei nicht tragbar. Seitdem habe ich erfolgreich diesen Laden boykottiert.
Letzten Mittwoch sollte allerdings „Mr. & Mrs. Erasmus“-Wahl sein, und da ist die Soziolog_in in mir wach geworden. Dieses Reissen um einen unglaublich armseligen Ruhm wollte ich nicht verpassen. Um nix dem Zufall zu ueberlassen, hab ich mir sogar ein Hemd angezogen, was ja sonst nicht zu meinem Alltags-Outfit gehoert.
Dann sind wir da mit acht Leuten hin (nach einer kurzen Vorfeierei), um Einlass zu bekommen. Mitstreiterin I. hatte noch eine Litrona (i.e. Literflasche Bier) dabei, die wir, in der Schlange stehend, auf die Schelle gelernt haben. Der erste Tuersteher fragt, wie viele wir sind („ocho“), schickt uns dann ein paar Stufen runter, wo der Typ steht, der gegen Flyer Getraenke-Marken ausgibt (normale und uebliche Praxis). Aus irgendwlechen Gruenden kommen wir aber nicht weiter, und kein Mensch weiss genau, wieso. Irgendwann kommt der erste Tuersteher auf mich zu und erklaert mir, dass ich nicht reinduerfe und bittet mich, die Schlange zu verlassen. Ich bin etwas irritiert, sage aber, dass ich die Schlange verlasse, wenn er´s mir dann erklaert. Will den Rest ja nicht vom Feiern abhalten.
Der Tuersteher wendet sich jedoch wieder der Schlange zu, und sein Helfershelfer erklaert mir, dass ich nicht reinkaeme, weil ich in der Schlange Alkohol getrunken haette.
Ich staunte nicht schlecht. Das hatte ich noch nie gehoert und war mir noch nie passiert. Wahrscheinlich, weil ich mich sonst in anderen Etablissements bewege. Habe erklaert, dass ich das nicht wuesste, es mir leid taete, und sie ja ein Schild fuer so was raushaengen koennten. Antowrt des Tuerstehers: „Wir haben ja auch kein Schild, auf dem steht, dass es verboten ist, hier Leute zu toeten.“ Ich fand den Vergleich etwas unpassend, das hat der Tuerstehe durchaus eingesehen. Er meinte, jeder in Spaanien wuesste sowas. Ich meinte: mag sein, aber das ist ne Erasmus-Party udn hier sind viele Nicht-Spanier. Er meinte, tja, da koenne er auch nix dran aendern.
Nachdem ich ernsthaft 15 Minuten geredet hatte und gerade dabei war, in Richtung Wohnung zu gehen, kamen netterweise drei Leute meiner Begleitung wieder raus und meinten, dass sie mich ja nicht alleine lassen koennten. Folglich sind wir zur Alfalfa gezogen und hatten dort auch noch jede Menge Spass. Damit ist das Caramelo fuer mich aber doch endgueltig gestorben, und der einzige Grund, da nochmal reinzugehen, wuerde in der Ausuebung widerlicher Taetigkeiten gegen den Laden bestehen.


schade das du nichts mehr zum casa viejas geschriebn hast!
Naja, ich habe aus gutem Grund diese de.indymedia.org-Seite verlinkt (http://de.indymedia.org/2007/12/201187.shtml). Was sollte ich denn noch mehr schreiben, wenn es dort doch bereits einen sehr guten Bericht darueber gibt.
Ich hatte aber durchaus noch nen ausfuehrlicheren Artikel geschrieben, den fand ich aber letzten Endes ueberholt, als ich ihn fertig hatte. „Nicht ist so alt wie die Zeitung von gestern“
und wie sind die news von heute?
haus platt, thema durch?
Jepp, das Haus wurde geraeunmt, danach gab´s noch ne Woche Plakataufhaengen in grosser Hoehen (an einer Bruecke, so dass dies alle lesen kontnen). Die „Bruecken-Besetzer“ blieben nfast ne WOchen da oben, bevor sie – ohne weitere Probleme – ruter konnten.
Das Thema ist erstmal durch, ein neues Haus ist mWn noch nicht ebsetzt wurden. Momentan finden auf der Alameda Aktionen zum „Aktionstag des Weltsozialforums“ statt. Das meiste davon sind aber Diskussionen, denen ich mangels Spanisch nur bedingt folgen koennte. Vielleicht werd ich mir das aber morgen noch etwas genauer in Augenschein nehmen.
Hm, wenn du zur Vorbereitung auf Spanien häufiger das Alpenmax besucht hättest, hättest du gewusst, dass man in der Schlange nicht Bier trinken darf. Nicht dass ich das aus eigener Erfahrung wüsste, die Mitbewohnerin einer Freundin durfte aus dem Grund mal nicht rein. Ich würde mal sagen, an dem Abend hat sie Glück gehabt…
Ich dachte nicht, dass meine Vorbereitungen fuer Spanien so widerliche Investigationen bedeutet haetten. Welch ein Glueck doch manchen Menschen zuteil wird…